Bildung
Asaf Schurr liest aus seinem Roman Motti
Der israelische Schriftsteller Asaf Schurr gilt als die Entdeckung der jungen israelischen Literatur.

 

Er ist am Mittwoch, 6. Oktober, um 19.30 Uhr zu Gast in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais. Im Gespräch mit Angelika Vogt vom Forum jüdischer Bildung und Kultur e.V. stellt er seinen Roman „Motti“ vor. Barbara Stoll liest die deutschen Texte. Eintrittskarten für fünf, ermäßigt drei Euro können unter Telefon 216-5788 oder -5726 sowie per E-Mail an stadtbuecherei.veranstaltungen@stuttgart.de reserviert werden.

Nachdem Motti mit Menachem um die Häuser gezogen ist, überfährt dieser auf dem Rückweg eine Frau. In den chaotischen Minuten nach dem Zusammenstoß wird sich das Leben des stillen Motti schlagartig verändern. Nichts zwingt ihn, doch Motti stellt sich schützend vor seinen Freund und gibt sich selbst als Fahrer aus. Menachem erhebt keinen Einspruch, er lässt Polizei und später Richter walten: Motti geht ins Gefängnis. Als Gegenleistung verlangt er nur, dass Menachem sich um Laika kümmert, seine über alles geliebte Hündin.

Was zunächst wie ein ultimativer Freundschaftsbeweis erscheint, entpuppt sich als gewaltsames Machtgefüge. Seit ihrer ersten Begegnung während des Militärdienstes sind Menachem und Motti auf verhängnisvolle Weise miteinander verbunden. „Motti“ ist aber auch ein Roman aus dem heutigen Israel, dessen Gegenwart und Konflikte das Leben seiner Protagonisten prägt. Nur auf ihre ganz eigene, persönliche Art können sie sich damit auseinandersetzen. Asaf Schurr schildert nicht die große Politik, sondern erzählt von einer ungleichen Freundschaft, aufgeladen mit Unausgesprochenem.

Asaf Schurr, 1975 in Jerusalem geboren, studierte Philosophie und Theaterwissenschaft in seiner Heimatstadt. Er war Redakteur des kulturpolitischen Magazins Maarav und arbeitet heute als Literaturkritiker und Übersetzer. Für Motti“ erhielt er 2008 den Levy Eshkol Prize sowie den Israeli Prime Minister’s Award. 2007 wurde er außerdem mit dem Bernstein Prize und dem Minister of Culture Prize ausgezeichnet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Forum jüdischer Bildung und Kultur e.V. und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.





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