28.12.2010 Personalien
Der frühere Leiter des Stuttgarter Stadtarchivs, Dr. Kurt Leipner, ist am 25. Dezember, kurz nach seinem 85. Geburtstag, gestorben. Er leitete das städtische Archiv von 1967 bis 1985.
Kurt Leipner wurde am 21. Dezember 1925 in Wormsfelde, Kreis Landsberg/Warthe, geboren. In Berlin studierte er Geschichte und Germanistik, 1958 promovierte er. Noch im gleichen Jahr kam er nach Stuttgart, wo er zunächst beim Hauptstaatsarchiv und im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg tätig war.
1960 wechselte Dr. Kurt Leipner in den Dienst der Stadt Stuttgart und übernahm 1967 die Leitung des Stadtarchivs als Nachfolger von Dr. Hermann Vietzen. Leipner verlagerte das Archiv aus den beengten Räumen im Rathaus in die frühere Mörike-Bücherei in der Silberburgstraße 191, wo ein großer Lesesaal eingerichtet wurde.
Das Magazin kam in die Tübinger Straße 57. Die 1936 begonnene Schriftenreihe des Stadtarchives wurde unter seiner Leitung mit wichtigen Arbeiten fortgesetzt, darunter das Buch von Heinz Bardua über „Stuttgart im Luftkrieg 1939 bis 1945“, das in zwei Auflagen erschien. Weit über die Stadt hinaus beachtet wurde auch die große Jubiläumsausstellung zum 200. Geburtstag von Georg Wilhelm Friedrich Hegel im Jahr 1970.
Ende 1985 ging Leipner aus gesundheitlichen Gründen in Ruhestand. Bei der Verabschiedung dankte ihm der damalige Oberbürgermeister Manfred Rommel für über 25 Jahre engagierte Dienste, “die Sie für die Stadt Stuttgart, ihre Geschichte und für die Bürgerschaft geleistet haben.“ Diese Arbeit sei nicht immer leicht gewesen, insbesondere die städtische Chronik der Jahre 1933 bis 1945 habe Dr. Leipner Angriffe eingetragen. Die Chronik sei mit viel Arbeitsaufwand erstellt worden und enthalte bedeutsame Informationen über diese Zeit. Die Kritik daran sei unbegründet, erklärte Rommel. “Ich darf Ihnen für die Festigkeit und Klarheit danken, mit der Sie Ihre Position vertraten. Sie haben diese Aufgabe in vorzüglicher Weise gelöst.“


